Anleitung für schriftliche Arbeiten
am Seminar für Japanologie Tübingen

1. Aus welchen Teilen besteht eine Seminararbeit?

Eine Hausarbeit in einem Proseminar oder Hauptseminar besteht in der Regel aus folgenden Teilen: Titelblatt, Inhaltsverzeichnis, Einleitung, Hauptteil, Schluß und Literaturverzeichnis. Nach dem Inhaltsverzeichnis können ein Abbildungs-, Tabellen- und/ oder Abkürzungsverzeichnis eingefügt werden.Ein Anhang und/ oder ein Glossar können nach dem Schlußteil aufgeführt werden.

2. Wie sieht das Titelblatt aus?

Auf dem Titelblatt stehen die genaue Bezeichnung der Lehrveranstaltung; das Semester, in welchem die Veranstaltung stattgefunden hat; der Titel der Arbeit sowie Name und E-Mail Adresse des Verfassers. Alle Zeilen werden zentriert; Titel und Name können durch eine größere Schrift hervorgehoben werden.

3. Wie wird die Arbeit gegliedert?

Die Gliederung erfolgt nach dem Dezimalsystem, d. h. die Ziffer eines jeden Unterabschnittes wird durch einen Punkt von der Ziffer des ihm übergeordneten Abschnitts getrennt. Es wird empfohlen, nicht mehr als drei Gliederungsebenen zu verwenden.

Statt „Inhaltsverzeichnis“ können auch die Bezeichnungen „Inhaltsübersicht“ oder „Inhalt“ verwendet werden. Zum Inhaltsverzeichnis gehört unbedingt die Seitenangabe. Die Zählung der Seiten erfolgt in arabischen Ziffern. Titelblatt und Inhaltsverzeichnis werden mitgezählt, erhalten aber keine eigene Seitenzahl. Mit jedem neuen Kapitel, dazu gehören auch Einleitung und Schluß, beginnt eine neue Seite. Alle Gliederungspunkte sind genau so wie sie im Inhaltsverzeichnis stehen als Überschriften im Text der Arbeit zu wiederholen.

Überschriften stehen linksbündig. Eine Überschrift steht nie am Seitenende allein, sie sollte von mindestens zwei Textzeilen gefolgt sein. Die erste Zeile eines neuen Absatzes wird um einen Tab-Sprung eingerückt, Ausnahme ist der erste Absatz nach einer Überschrift. Zwischen den Absätzen wird keine Leerzeile eingefügt. Auf einer neuen Seite steht oben keine einzelne Zeile.

4. Was gehört in Einleitung und Schluß?

In der Einleitung werden Thema und Ziel der Arbeit erläutert, der Aufbau der Arbeit kurz vorgestellt, der Forschungsstand skizziert, die angewendete Metode begründet, mögliche Voraussetzungen genannt und wichtige Fachbegriffe geklärt. Eine Einleitung kann inhaltlich unterteilt werden.

Das Schlußkapitel kann in Form einer Zusammenfassung, einer Schlußbetrachtung oder eines Ausblicks geschrieben werden. Ein Arbeit gewinnt an Geschlossenheit, wenn im Schlußteil auf die in der Einleitung genannten Fragen oder Argumente Bezug genommen wird.

5. Welchen Umfang sollte die Arbeit haben?

Es gibt folgende Richtwerte für den Umfang von Proseminars- und Hauptseminarsarbeiten. Zum Umfang zählen nur die Seiten von Einleitung, Hauptteil und Schluß, nicht das Inhaltsverzeichnis und auch nicht das Literaturverzeichnis. Der Text in den Fußnoten wird nicht mitgezählt.

Eine Proseminarsarbeit soll einen Umfang von ungefähr 3.000 Wörtern oder 23.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen) haben. Für eine Hauptseminarsarbeit werden ungefähr 6.000 Wörter oder 46.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen) angesetzt.

6. Wie wird zitiert?

Wissenschaftliches Arbeiten zeichnen sich dadurch aus, daß der Leser die Ausführungen des Verfassers nachprüfen kann. Für den Verfasser einer wissenschaftlichen Arbeit bedeutet dies, daß die Herkunft aller Aussagen, die nicht von ihm selbst stammen, angegeben werden muß. Dies gilt sowohl für wörtliche Zitate als auch für die sinngemäße Wiedergabe fremder Äußerungen. Eine bloße Auflistung der verwendeten Literatur im Literaturverzeichnis genügt nicht.

Als Zitierweise wird die sogenannte Harvard Notation verwendet, sie erfolgt direkt im Text durch Angabe des Verfassernamens, des Erscheinungsjahres der Publikation und der Seitenzahl. Der Beleg wird in runden Klammern gesetzt; zwischen Erscheinungsjahr und Seitenzahl steht ein Doppelpunkt. Hat ein Autor in einem Jahr mehrere Werke veröffentlicht, so werden diese durch a, b, c unterschieden.

Wörtliche Zitate werden mit Anführungs- und Schlußzeichen versehen; Auslassungen werden durch drei Punkte in eckigen Klammern gekennzeichnet. Längere Zitate werden mit einem engerem Zeilenabstand und einer kleineren Schrift geschrieben.

7. Wozu braucht man Anmerkungen?

Jede Art von Erläuterung oder Modifizierung, die nicht wichtig genug ist, um im Text genannt zu werden, aber für eine wissenschaftliche Behandlung dennoch notwendig ist, wird in den Anmerkungen gebracht. Dazu gehören nähere Angaben zu Personen, Ereignissen oder Begriffen.

Im Text wird auf eine Fußnote durch eine um eine halbe Zeile hochgestellte arabische Ziffer verwiesen; die Ziffer steht unmittelbar hinter dem Wort oder Satzteil, worauf sich die Anmerkung bezieht.

8. Wie werden die Titel im Literaturverzeichnis aufgeführt?

Ein Literaturverzeichnis ist die vollständige Zusammenstellung aller in einer wissenschaftlichen Arbeit verwendeten Sekundärmaterialien, welche in irgendeiner Form nachweislich in der Arbeit berücksichtigt worden sind. Nicht aufgeführt werden in der Regel allgemeine Hilfsmittel wie Bibliographien, Lexika und Handbücher. Quellen können in einem extra Quellenverzeichnis aufgeführt werden.

Titelangaben bei Verfasserschriften

Nachname des Verfassers, Vorname: Titel. Untertitel. Name des Herausgebers und/ oder des Übersetzers. Titel der Reihe und Nummer innerhalb der Reihe. Gesamtzahl der Bände. Auflage. Erscheinungsort: Verlag, Erscheinungsjahr.

Beispiele:

Titelangaben bei (Zeitschriften-) Aufsätzen

Nachname des Verfassers, Vorname: „Titel. Untertitel.“ Name der Zeitschrift Nummer (Jahrgang). Gesamtseitenzahl.

Beispiele:

9. Gibt es Regeln für die Wiedergabe japanischer Begriffe?

Die Umschrift des Japanischen folgt dem modifizierten Hepburn-System. Bei wörtlichen Zitaten aus der Sekundärliteratur kann das Kunreishiki System beibehalten werden. Über lange Vokale muß ein Längenstrich (oder ein Zirkumflex) gesetzt werden. Das Weglassen der Längenzeichen ist ein Fehler!

Japanische Begriffe werden grundsätzlich klein und kursiv geschrieben, mit folgenden Ausnahmen: Japanische Orts- Personen und andere Eigennamen wie Äranamen, Produktnamen oder Körperschaftsnamen werden immer groß und nicht kursiv geschrieben. Die Schreibung von Personennamen folgt der japanischen Regel Familienname vor persönlichen Namen. Ortsnamen folgen nicht der Duden-Vorschrift, sondern werden gemäß dem Hepburn-System mit Längenstrichen wiedergegeben. Ansonsten werden Begriffe, die Eingang in den Duden gefunden haben, groß und nicht kursiv geschrieben, es müssen allerdings die Längenstriche gesetzt werden .

Bei der Trennung von längeren japanischen Begriffen sollten nicht mehr als drei Sinnbestandteile zusammengeschrieben werden, also shingi kaichô und nicht shingikaichô. Als Grundregel gilt: Wörter, die als selbständige Lexeme im Wörterbuch aufgeführt sind, weden von einander getrennt geschrieben.

Literaturhinweis

Edwald Standop/ Matthias L. G. Meyer: Die Form der wissenschaftlichen Arbeit. Ein unverzichtbarer Leitfaden für Studium und Beruf. 17. korrigierte und ergänzte Auflage Wiebelsheim: Quelle & Meyer, 2004.